Dolomiten: einmal Höhenweg und zurück

Tageswanderung: Parlament der Murmeltiere

Erstmal die Eckdaten: 16 Kilometer auf- und abwärts zwischen 1.575 m und 2.174 m von Pederü nach San Cassiano. Das dauert ohne Pausen rund fünf Stunden; wir haben uns acht Stunden Zeit gelassen – auch um Murmeltiere zu sichten. Hat geklappt.

Dass wir diese Tour gemacht haben, war pure Neugierde, nicht geplant. Denn nachdem ein Wort das Willkommen auf unserem Campingplatz in St. Vigil dominiert hatte, sollte dieses „Pederü“ bekommen, was es offenbar verdient: eine Wandertour. „Der Bus nach Pederü fährt direkt hier ab, gleich unterhalb vom Campingplatz“, betont der Betreiber.

Am frühen Morgen sitzen wir in diesem Bus. Er fährt eine einsame Straße entlang, leicht aufwärts, bis er uns nach gut fünfzehn Minuten zusammen mit  den anderen Wandersleut‘ vor einer Hütte ausspuckt. Denn die Straße endet hier, direkt am Talabschluss. Dahinter die Berggipfel und die Sonne. Jetzt, endlich schlau. Diese Hütte vor uns ist die „Pederü„.
Die Schutzhütte ist Startpunkt zahlreicher Wandertouren über das Hochplateau in den südlichen Dolomiten. Von hier aus zweigen alte Militärstraßen aus dem Ersten Weltkrieg ab, heute unbefahren und reine Wanderwege durch das Naturschutzgebiet Fanes-Sennes-Prags. Das bedeutet für uns Besucherinnen: auf Geschichte wandern; zudem auf geologischer. Denn die Dolomiten, seit 2009 UNESCO Weltkulturerbe, sind Riffe. Hier war ja mal Meer – lange vor diesem Krieg. Eine sagenhafte Landschaft, die außerdem Nährboden für Legenden um Fabelwesen und Märchenfiguren ist.

Wir aber machen uns auf die Suche nach den Murmeltieren. Sie sind Namensgeber für die Bergformation „Parlament der Murmeltiere“, die uns auf halber Strecke auf der Fanes-Alm erwartet. Die Schichtung des Gesteins wirkt wie ein überdimensioniertes Amphitheater. (Lässt sich auf dem Foto nur erahnen.)

Wanderung Fanes-Sennes-Prags / Foto: © Camping Korrespondent
Wanderung Fanes-Sennes-Prags / Foto: © Camping Korrespondent

Tines Highlights auf der Wanderung: Sie hat drei Murmeltiere gesehen und eine der schönsten Berghütten entdeckt. Steffi mag den Sport am Wandern und der ist hier durch die Abwechslung zwischen Anstiegen und Ebenen in einem angenehmen Mix zu haben, „außerdem sind die Jausenstationen in magenfreundlichen Entfernungen zu erreichen“. Die  Wanderung ist übrigens ein Teilstück des Dolomiten-Höhenwegs und auch bei Personen beliebt, die auf Mountainbikes Berge bezwingen – wahlweise unterstützt von Elektroantrieb.

Viel Freude bei dieser abwechslungsreichen Wanderung auf Weg Nr. 7 und Nr. 11., die sich zu Beginn durch einen Geröllhang empor schlängelt, das Limojoch auf 2.170 m überquert, am „wie türkis ist der denn“-Limosee vorbei über grüne Almen und von dem Bachlauf ab der Großfanes-Alm begleitet zum plötzlich steil abfallenden Abstieg führt – gespickt mit einem Panorama über Gipfel und ferne Täler in alle Himmelsrichtungen.

 

Tipp: Den Bus (ab St. Vigil/Enneberg) vor neun nehmen, damit der Start mit dem steilen Anstieg noch im Schatten möglich ist und da es kein Rundweg ist, die Rückfahrt besser vorab planen.

 

 

 

 

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