Fernwanderung über den Trockenmauerweg auf Mallorca

Mallorca war für mich Sperrzone auf Lebenszeit. Doch dann kam dieses Gebirge! 

„Lass uns auf Mallorca wandern!“ Ich gebe zu, dass mich die Idee meiner Reisebegleiterin Judith im ersten Moment abgeschreckt hat. Mallorca = Bilder im Kopf. Nämlich: voll (im Sinn von „sehr viele Touristen“) und voll (im Sinn von „Junggesellenabschied“).

Sollte es tatsächlich noch eine andere Seite von dieser Insel geben? Schon am ersten Tag auf Malle dann: dieser Ausblick! Und was soll ich sagen? Es gibt – wie immer im Leben – mehrere Seiten.

Blick auf Deià

Was hab ich eigentlich in der Nacht von Freitag auf Montag …

Unser Ziel ist der Trockenmauerweg, der GR 221. Auf 139 km führt er in zehn Etappen durch die Tramuntana. Das ist der alpine Teil von Mallorca. Wir haben uns für die schönsten fünf Etappen entschieden. Sie liegen zwischen Valldemossa, Deià, Sollér und Lluc bis Pollenca. Denn dieser Abschnitt kombiniert das Best-Of des gesamten Weges.

In einem Wort: monumental

Der Trockenmauerweg ist fantastisch: An einem Tag besteigt ihr Gipfel – der höchste liegt auf 1.365 Metern -, blickt von oben weit über die Insel und aufs offene Meer hinaus. Am nächsten Tag wandert ihr an der Küste entlang, entspannt eure müden Füße im Meer und erfindet Legenden zu den Menschen auf den mondänen Yachten, die in den kleinen Buchten vor euch liegen.

Mein #Wanderwissen vom Trockenmauerweg

  1. Lasst Platz für Wasser und Proviant. Denn es gibt kaum bis keine Bars oder Läden auf diesen fünf Etappen. Das macht den Rucksack zwar schwerer, ist aber ein guter Kompass dafür, sich beim Packen zuhause direkt gegen das dritte, vierte, fünfte T-Shirt zu entscheiden.
  2. Bucht euch die Unterkünfte vor der Reise. Das ist sogar Pflicht für die öffentlichen Unterkünfte, die Refugis. Wir haben erlebt, dass einzelne Wanderer*innen ohne Reservierung keinen Schlafplatz bekommen haben, obwohl sich herausstellte, dass noch Betten frei waren.
  3. Trinken. Auch tagsüber! Wasser. Wasser. Wasser. Deine Knie sagen Danke und dein Auf und Ab auf dem teils steinigen, steilen Weg wird zum Tänzchen.
  4. Apropos Tänzchen. Schaut in Deià in der Bar Sa Fonda vorbei. Top Drinks, top Musik, top entspannt und bleibt am besten direkt für einen Day Off hier, wohnt in der Pension Miramar und entdeckt das Dorf und den Strand. Es ist ein Schatzkästchen und die beiden Strandbars ein Traum.
  5. Wenn ihr in Sollér vorbeikommt, dann checkt, was im Hostel in Sollér ansteht. Wir hatten dort Wander-Workout mit dem DJ-Team Sonidera Mandril.

In meinem anderen Leben …

… zimmere ich mir dann einen schattigen Campingplatz irgendwo am Trockenmauerweg. Denn Camping ist auf Mallorca beliebt und neuerdings auch mit dem eigenen Mobil möglich*. Doch öffentliche Campingplätze lassen sich an einer halben Hand abzählen und Gründer von privaten Plätzen werden leider nicht unterstützt. Im Gegenteil, schreibt Gregor vom Mallorca-Blog. Heißt abwarten, bis sich das Campen auf Mallorca emanzipiert hat. Will schon jemand vorreservieren?

*Seit April 2018 kommt ihr mit der Fähre auf die Insel, samt eigenem Camper. Corsica Sardinia Ferries legt zwei Mal die Woche von Toulon nach Alcúdia ab. Start in Südfrankreich ist abends um 20 Uhr, Ankunft auf Mallorca ist dann morgens um sieben.
Nachtrag: Die Frage ist nur – ganz abgesehen von der: wo campen? – was ist für die Umwelt verträglicher? Mit dem Flieger auf die Insel zu kommen und einen Camper zu mieten oder aber mit der Fähre und dem eigenen Camper anzureisen? Über die Antwort kann ausführlich gegrübelt werden. Denn erstmal haben sowieso die Urlauber Vorfahrt, die mit Kreuzfahrtschiffen landen, wie die ARTE Doku zeigt.  

Links

– Hier findet ihr alles zum Thema Unterkünfte und Etappen, auch Apps und andere nützliche Downloads, wie Landkarten.
– Wir hatten den Reiseführer von Outdoor mit dabei und waren froh, uns damit den Weg herleiten zu können, denn Wegmarken sind auf dem GR 221 rar.

Lust zu wandern? Ich habe noch mehr Vorschläge für euch.

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